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Neuer Ansatz gegen den IT-Fachkräftemangel: Unternehmen bauen Supercomputing-Know-how aus

Stuttgart, 31. Juli 2018 – Mit Zertifikat haben sieben Teilnehmer aus der Industrie Mitte Juli das erste Weiterbildungsangebot der Stuttgarter Supercomputing-Akademie erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus des dreimonatigen Moduls im Blended Learning-Format standen Lerninhalte zur Code-Entwicklung auf parallelen Systemen für Anwendungsprogrammierer. Teilgenommen haben Ingenieure und Informatiker, die ihre Kenntnisse im Bereich des Höchstleistungsrechnens berufsbegleitend aufbauen oder weiterentwickeln wollten. „Unternehmen brauchen Fachkräfte, wollen sie von den beträchtlichen Möglichkeiten des Supercomputings als Schlüsseltechnologie für Simulation und Datenanalyse profitieren“, sagt Markus Klietmann, Projektverantwortlicher der Sicos BW GmbH, einem der Kooperationspartner. „Die Akademie bietet eine einzigartige Möglichkeit, die notwendige Expertise gezielt aufzubauen.“

Lerninhalte mit konkretem beruflichem Nutzwert
Dozenten aus Industrie und Wissenschaft vermittelten den 15 Teilnehmern (davon fünf Frauen) in etwa 120 Stunden Kenntnisse über die Architektur paralleler Systeme und Programmiermodelle wie MPI oder OpenMP, ebenso wie die Fähigkeit, Direktiven, Bibliotheken und zentrale Parallelisierungskonzepte effizient einzusetzen. Die Weiterbildung fand zu 80 Prozent online mit interaktiven Lernskripten, Animationen, Programmierübungen, Erklär-Videos und in virtuellen Seminaren statt. „Das Blended Learning-Format ist sehr praktisch. Wenn man an einer Stelle mal gedanklich falsch abbiegt und dann nichts mehr versteht, kann man jederzeit zurückspringen und das sofort korrigieren“, urteilt Markus Bayerbach, Mitarbeiter bei T-Systems. „Für meinen Job habe ich viele neue Anregungen bekommen, zum Beispiel, wie wir in den Embedded-Systemen parallelisieren können“, so Bayerbach weiter.

Ziel der im April 2018 eröffneten Supercomputing-Akademie ist es, dem Fachkräftemangel im IT-Bereich entgegenzuwirken und Supercomputing-Know-how in Unternehmen auf- und auszubauen. Weil vom High Performance Computing (HPC) – also Rechenarbeiten, deren Bearbeitung einer hohen Rechenleistung oder Speicherkapazität bedarf – unterschiedliche Unternehmensbereiche profitieren, ist das Weiterbildungsprogramm der Akademie so konzipiert, dass es Anwender, Software-Entwickler und Administratoren jeder Unternehmensgröße anspricht. Die Supercomputing-Akademie ist am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) angesiedelt, das einen der leistungsstärksten Supercomputer Europas betreibt.

Weitere Starttermine für Module stehen fest
Aufgrund der großen Nachfrage bietet die Supercomputing-Akademie das Modul „Paralleles Programmieren“ vom 18.09. bis 10.12.2018 ein weiteres Mal an. Start für das Modul „Simulation“ ist im Januar 2019. Weitere Module wie „Performance-Optimierung“, „Visualisierung“, „Cluster, Cloud & HPC“, „Ökonomie und Ökologie des HPC“, „Datenmanagement“  sowie „Grundlagen des HPC“ sind in Vorbereitung. Nähere Informationen und Termine finden sich auf der Website der Akademie: www.supercomputing-akademie.de.

Hervorgegangen ist die Supercomputing-Akademie aus einer Projekt-Kooperation der Universitäten Stuttgart, Freiburg und Ulm mit der Stuttgarter Sicos BW GmbH, die als unabhängiger Experte kleine und mittlere Unternehmen beim Einsatz von Simulationstechnologien, Höchstleistungsrechnen sowie Big und Smart Data berät. Das Schulungsangebot ist Teil des Projektes MoeWE (Modulares Weiterbildungssystem zum High Performance Computing Experten) und wird vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gefördert.