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StimmungsBAUrometer 2022: Baubranche optimistisch

Wesseling, 8. Dezember 2022 – Die Baubranche ist und bleibt trotz bekannter Widrigkeiten für ihre allgemeine Geschäftsentwicklung optimistisch. 86 Prozent der für das StimmungsBAUrometer 2022 befragten Bauunternehmen beschrieben ihre Geschäftslage 2022 als „gut“ oder „eher gut“ (Abb. 1). Zwei Drittel rechnen nicht mit einer schlechteren Entwicklung für 2023 (Abb. 2). Dies zeigt das StimmungsBAUrometer 2022, das die Unternehmensberatung BauPlus GmbH Consulting zusammen mit dem Berater-Team Bau e.V. erstmalig durchgeführt hat. Anonym befragt wurden 115 in Deutschland tätige Stammkunden unterschiedlicher Größenordnung und Wirtschaftszweige zu ihrer aktuellen Stimmungslage. „Es ist überraschend erfreulich, dass die Bauindustrie ihren Weg weitergeht und sich von externen Faktoren nur wenig beeinflussen lässt beziehungsweise den bestehenden Herausforderungen erfolgreicher begegnet als gemeinhin vermutet“, sagt Dr. Michael Rheindorf, Geschäftsführer bei BauPlus. 

2022: Pandemiefolgen und Fachkräftemangel waren größte Hürden

Zu den größten Herausforderungen des laufenden Geschäftsjahres zählten laut Umfrage die Auswirklungen der Corona-Pandemie sowie der Fachkräfte- und Personalmangel: 98 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten die Pandemiefolgen – wie beispielsweise Produktivitätsverluste durch krankheitsbedinge Ausfälle – inzwischen aber vollständig (64 Prozent) oder teilweise lösen (34 Prozent).[1] Nahezu zwei Drittel der Befragten begegneten dem Fachkräfte- und Personalmangel erfolgreich (Abb. 3).

Das Thema Liquidität beschäftigte 67 Prozent der Unternehmen, aber nur jedes elfte gab in diesem Zusammenhang an, noch keine Lösung gefunden zu haben. Das für einen Großteil (rund 80 Prozent) der Unternehmen relevante Thema Nachfolge konnte bereits jedes zweite lösen.

Für lediglich knapp zehn Prozent ist die Verfügbarkeit von Materialien weiterhin gänzlich ungelöst.[2] „Wir haben gesehen, dass vor allem funktionierende Netzwerke bei der Suche nach Alternativen geholfen haben“, sagt Michael Schwinn, Berater bei BauPlus und Moderator von Erfahrungsaustausch-Kreisen mit Unternehmen und Führungskräften aus der Bauwirtschaft.  

Nach wie vor problematisch sind für jedes zweite Unternehmen dagegen die langen Genehmigungszeiten. Analog zur Bewertung der Geschäftslage positionieren sich die Unternehmen in der Heatmap 2022 insgesamt aber überwiegend im positiven Bereich – mit leichtem Trend zur Abkühlung (nur) für das kommende Jahr (vgl. Abb. 4).   

2023: Unternehmen wollen sich nach schwierigem Jahr festigen – Kostensteigerungen sind größte Herausforderung

Als Schwerpunktthemen für das kommende Jahr identifizierte BauPlus mittels StimmungsBAUrometer die Themen Unternehmensorganisation und -abläufe (80 Prozent), Mitarbeiter und Kollegen (78 Prozent) sowie die Konzentration auf Stammkunden (63 Prozent). Schwinn: „Die Bauindustrie beschäftigt sich 2023 mit sich selbst, sprich, das Aufrechterhalten des Status quo ist derzeit wichtiger als Neuerungen.“ Nur jedes siebte Unternehmen möchte sich beispielsweise im kommenden Jahr mit neuen Produktionsverfahren beschäftigen – ausgenommen Fertigbau- und Rohbauunternehmen (hier jedes zweite bzw. dritte).

Als größte Chancen für das kommende Geschäftsjahr sehen die Befragten die Digitalisierung (58 Prozent), eine Marktbereinigung (55 Prozent) sowie ein Ende des Russland-Ukraine-Kriegs (50 Prozent). Als größte Risiken definieren zwei Drittel der Unternehmen Materialpreissteigerungen sowie die Energieversorgung. 49 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, im Zuge der aktuellen Entwicklungen und Ausblicke einen Strategiewechsel vorzunehmen; eine eindeutige Tendenz hierzu zeigen insbesondere die Bauträgerunternehmen (100 Prozent).

„Ungeachtet der unsicheren Zeiten bestätigen uns die Befragten eine gute Geschäftslage und sehen für das kommende Jahr zum Beispiel wenig Finanzierungs- und Liquiditätsprobleme“, so Rheindorf. Und weiter: „Grund hierfür sind unserer Erfahrung nach die guten wirtschaftlichen vergangenen Jahre, aber sicherlich auch der Fakt, dass in der Baubranche echte Unternehmertypen am Ruder sind, die ihr Unternehmen auch durch schwieriges Fahrwasser manövrieren können.“

→ Das vollständige StimmungsBAUrometer 2022 (Auswertung mit Grafiken) finden Sie hier.

→ Grafiken/Bilder im Anhang.